Wenn man an die hohen Energiepreise denkt, stellt man sich als Verbraucher in den Mittelpunkt. Denn seien wir mal ehrlich, wir können gar nicht so richtig abschätzen, was genau auf uns zukommt – erst recht nicht, wie wir das Alles bezahlen sollen.

Aber die hohen Kosten belasten natürlich nicht nur Privatpersonen, sondern auch Geschäfte und Unternehmen. Momentan kommt es infolge dessen zu Meldungen von Firmenpleiten. Denn entweder haben sie nun viel höhere Kosten als vorher oder die Kunden bleiben aus, weil die jetzt sparen müssen. In dieser Woche gab es gleich zwei bekannte Firmen, die Insolvenz anmelden mussten.

Zum Einen der Düsseldorfer Toilettenpapierhersteller Hakle. Grund dafür seien die gestiegenen Rohstoff-, Energie- und Transportkosten. Zum Anderen der Schuhhändler Görtz. Dort wird die Insolvenz mit der enormen Kaufzurückhaltung begründet. In diesem Jahr gibt es im Vergleich zum Vorjahr ein Viertel mehr Firmenpleiten. Ob es sich bei den Insolvenzen nun um Zufälle handelt oder diese der Beginn einer größeren Entwicklung sind? Natürlich darf man bei der Betrachtung nicht die Corona-Krise vergessen. Die Firmen, die sich aufgrund der Unterstützung vom Staat noch retten konnten, haben nun oft spätestens in Bezug auf die Energiekrise das Nachsehen.

Wirtschaftsminister Habeck rechnet laut eigenen Aussagen in der ARD-Sendung „Maischberger“ nicht mit einer Insolvenzwelle. Er sagte außerdem, dass einige Unternehmen nun aufhören würden zu verkaufen, aber deswegen nicht automatisch insolvent seien. Weiter hieß es, dass sich bestimmte Geschäfte nicht mehr rentieren und diese dann eingestellt werden. „Vielleicht werden sie später wieder aufgenommen. Das kann ja sein. Das ist ja dann keine klassische Insolvenz.“

Im Anschluss an die Sendung wurde Habeck hart kritisiert. Man munkelt auch, dass es womöglich weitere Hilfen der Regierung geben werde, der Minister aber noch nicht darüber sprechen wollte – und sich deshalb so schwammig ausdrückte. Laut einer schriftlichen Stellungnahme des Bundeswirtschaftsministeriums habe Habeck mit seiner Antwort „den wichtigen Unterschied“ zwischen Insolvenzen und Betriebsaufgaben verdeutlichen wollen.