Ab dem heutigen Tag fällt die EEG-Umlage auf den Strom weg. Mit welchen Entlastungen können wir jetzt rechnen?

Die EEG-Umlage wird ab heute auf null Euro gesenkt. EEG steht für Erneuerbares-Energien-Gesetz. Dieses Gesetz wurde 2000 eingeführt, um die Förderung von Wind- und Solaranlagen über die Stromrechnung der Haushalte und Unternehmen zu finanzieren. Zuletzt betrug die Ökostrom-Umlage noch 3,723 Cent pro kwh.

Eigentlich war geplant, die Umlage erst Anfang 2023 komplett zu streichen, die Bundesregierung zog diesen Schritt angesichts der rasant gestiegenen Energiekosten aber vor. Nun sind die Stromanbieter gesetzlich dazu verpflichtet, die Absenkung an die Kunden weiterzugeben. Eine Strompreiserhöhung um den Verlust zu kompensieren, darf nicht am selben Tag erfolgen.

Durch die Abschaffung der EEG-Umlage werden die Verbraucher um 5,1 Milliarden Euro entlastet. Bei der Mehrzahl der Haushalte wird sich das aber nicht sofort bemerkbar machen, die Energieversorger sind nämlich nicht verpflichtet, den monatlichen Abschlag wegen der Senkung direkt anzupassen. Normalerweise werden die monatlichen Abschläge nur einmal pro Jahr angepasst. Somit dürfte die Ersparnis erst mit der nächsten Jahresrechnung erfolgen.

Je nach persönlichem Stromverbrauch können die Verbraucher mit spürbaren Entlastungen rechnen. Denn der Wegfall der EEG-Umlage mindert den Nettopreis. Auf den niederigeren Nettopreis werden dann im zweiten Schritt, wie bisher, 19 Prozent Mehrwertsteuer gerechnet. Mit der Senkung des Strom-Nettopreises reduzieren sich also anteilig auch die Kosten durch die Mehrwertsteuer, da die Grundlage der Berechnung kleiner ist.

Der Wegfall der EEG-Umlage bedeutet für einen durchschnittlichen Single-Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 1500 Kilowattstunden etwa 66 Euro weniger. Eine Familie mit 5000 kWh Stromverbrauch reduziert damit ihre Stromrechnung um 222 Euro. Eine ungefähre Ersparnis von 18,50 pro Monat.

Ob der Wegfall der Umlage allerdings den starken Anstieg des Strompreises lindert ist fraglich. Denn die Strompreise sind seit Oktober 2021 bereits deutlich gestiegen. Wenn man in die Vergangenheit schaut hat man auch wenig Hoffnung, dass die zweite Senkung der Umlage ankommt. Denn bei der ersten Senkung zum Jahreswechsel 2021/2022 kam aufgrund der massig gestiegenen Einkaufspreise der Versorger bei den Verbrauchern auch nichts an.

Angesichts der derzeitigen Entwicklungen an den Energiemärkten ist die Absenkung der EEG-Umlage wohl kaum mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Laut Kerstin Andreae, Chefin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), müssen sich Stromkunden darauf einstellen, dass die Kosten schon bald weiter steigen.

Lohnt es sich jetzt seinem Stromanbieter den aktuellen Zählerstand mitzuteilen? Haushalte, die mit Strom heizen, empfiehlt die Verbraucherzentrale eine Zwischenablesung des Stromzählerstandes. Das hat den Grund, das der Stromverbrauch dieser Haushalte über das Jahr durch die Heizperiode ungleichmäßig verteilt ist. Er ist witterungsbedingt anders gelagert, deswegen reicht eine Schätzung durch den Stromanbieter nicht aus. Diese Kilowattverbrauchs-Stände sind schließlich entscheidend, um die sinkenden Kosten angesichts der entfallenen EEG-Umlage zu errechnen. Haushalte, die davon betroffen sind, sollten ihren Zählerstand nun ablesen und den Wert ihrem Stromanbieter melden. Haushalte, die nicht mit Strom heizen, müssen das nicht machen, denn hier verteilt sich der Stromverbrauch sehr gleichmäßig über das Jahr. Natürlich kann man aber trotzdem seinen Zählerstand einmal durchgeben.