Der im August ums Leben gekommene 16-Jährige Mouhamed Dramé soll vor den tödlichen Polizeischüssen nicht von den eingesetzten Polizeibeamten gewarnt worden sein. Das geht jetzt aus den Ermittlungen hervor.

Ebenfalls wurde der Einsatz von Reizgas und Elektroschocker von den Polizisten offenbar auch nicht angekündigt.

Die am Einsatz beteiligten Polizisten sagten aus, dass der 16-jährige zu keinem Zeitpunkt aggressiv gewesen sei. Erst nachdem der Einsatzleiter den Einsatz von Pfefferspray angeordnet hat, ist die Situation innerhalb von Sekunden eskaliert.

Aus dem Polizeifunkverkehr vom 08. August geht hervor, dass zwischen dem Einsatz des Pfeffersprays und den fast zeitgleichen Taser- und Maschinenpistolen-Schüssen nicht einmal 20 Sekunden lagen und der Jugendliche bis dahin ruhig in einer Ecke saß und keine anderen Menschen bedroht hatte. Er ist in dieser Situation keine Gefahr gewesen.

Er reagierte auf den Einsatz, indem er sich aufrichtete und umschaute, um zu sehen, was überhaupt passiert sei. Dann hat er den einzig möglichen Weg eingeschlagen, der ihm offen stand. Er ging auf die Beamten zu, die mit Waffen auf ihn gewartet haben.

Keine 20 Sekunden später fielen die tödlichen Schüsse aus der Maschinenpistole eines Polizisten.

Die schnelle Eskalation von Gewaltanwendung durch die Polizei, kann man sich nicht erklären – mit dem Ergebnis, dass ein Mensch ums Leben gekommen ist.

Ob es zur Anklage gegen beteiligte Polizisten kommt, will die Dortmunder Staatsanwaltschaft in den kommenden Wochen bekannt geben.