Laut Naturschutzbund NRW  (NABU) leben derzeit 15 bis 20 Wölfe in Nordrhein-Westfalen. Das hört sich erstmal überschaubar an, aber die Probleme die durch die Wölfe entstehen sind wohl deutlich größer. Denn immer wieder reißen Wölfe Nutztiere wie Schafe und Ziegen. Aber auch Ponys wurden schon angegriffen und getötet.

Daraufhin protestierten die Weidetierverbände und verlangten besseren Schutz und die Politik reagierte. So trat im März 2022 die Wolfsverordnung des Landes NRW in Kraft, welche die Maßnahmen im Umgang mit auffälligen Tieren regelt. Damit soll der Umgang mit den Wölfen erleichtert werden und Konflikte entschärft werden.

Die Verordnung sah außerdem vor, dass im äußersten Fall ein Wolf auch abgeschossen werden kann.Diese Verordnung deckt sich aber nicht mit den strengen EU-Vorgaben. Diese sicherten dem Wolf, der hierzulande knapp 200 Jahre lang als ausgestorben galt, einen umfangreichen Schutzstatus zu. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass ein Bestandsmanagement mit Regulierungsabschüssen von Wölfen nicht zulässig ist. Also ist ein Wolfsabschuss in NRW ohne das „OK“ der obersten Naturschutzbehörde des Landes doch nicht möglich. Die oberste Naturschutzbehörde ist in diesem Fall das Umweltministerium. Dieses sieht aber derzeit keine Gefährdung.

Durch die neue Landesregierung sind die Zuständigkeiten für Umwelt und Landwirtschaft aber gespalten. Umweltminister ist Oliver Krischer von den Grünen, Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen von der CDU. Nun ist es fraglich, wie eine Entscheidung getroffen werden kann, wenn der Umweltminister den Wolf schützen muss und die Agrarministerin den Rufen aus der Landwirtschaft folgen muss und eher eine Entnahme befürworten muss.